Aktueller Stand

05. Juni 2019

Glauburgbunker_sonnig_schräg_klein.jpg

Auf einer Informationsveranstaltung am 05.06.2019 haben sich der Bauherr, die Delom GmbH, und die Kommunikationsfirma BCC Business Communications Consulting GmbH Frankfurt den Anwohner*innen vorgestellt und das geplante Bauprojekt https://www.baustelle-lortzingstrasse.de/ präsentiert.

 Die Frankfurter Rundschau, die Frankfurter Neuer Presse und die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichteten – siehe unten. Im Folgenden unsere Bewertung der Veranstaltung, die in den Presseberichten so nicht widergespiegelt wurde:

Gut besucht – dank uns!

Dass es überhaupt zu dieser Veranstaltung vor offizieller Genehmigung des Abrissantrages und des Bauvorantrages gekommen ist, sehen wir als den Verdienst unserer Bürgerinitiative Glauburgbunker e.V. an, da dies auf öffentlichen Druck hin geschah, wie die Veranstalter zu Beginn einräumten. Auch dass so viele Anwesende vor Ort waren, ging auf unsere Initiative zurück, da wir die Einladungen einem etwas größeren Nachbarschaftskreis zukommen ließen. Die BCC hatte nur die Gebäude direkt an dem Bunker mit Einladungen zur Informationsveranstaltung versorgt.

Wie wir erwartet hatten, wurde das Bauprojekt als Gewinn für das Viertel angepriesen und die Probleme rund um den Bunkerabriss heruntergespielt. Dass der Bauherr extra eine Kommunikationsfirma eingeschaltet hat, die darauf spezialisiert ist, bei Bauvorhaben die Kommunikation mit den Anwohner*innen zu übernehmen, spricht Bände. Von den Verantwortlichen der Stadt war übrigens niemand anwesend.

Nichts ist alternativlos – schon gar nicht der Abriss des Glauburgbunkers!

Die Prämisse der ersten Präsentation von Architekt Eckehart von Schwanenpflug, dass eine Umnutzung des Bunkers nicht möglich wäre, teilen wir NICHT.

 Wir verstehen, dass ein Bauherr bzw. Investor deutlich mehr Rendite mit dem geplanten Bauprojekt erzielen würde, sodass eine Umnutzung aus seiner Sicht finanziell weniger interessant wäre. Deswegen wurden diverse Gründe wie die Deckenhöhe und der Brandschutz angeführt, die einer Umnutzung angeblich im Wege stünden.

 Auf unsere Nachfragen hin, ob denn das Explora-Museum tatsächlich gegen den Brandschutz verstoßen hätte, wurde allerdings nur ausweichend geantwortet: „Wir hätten das Museum so nicht betrieben“, antwortete Dominic Reinemer, Geschäftsführer der in Frankfurt ansässigen Delom Wohnbau GmbH.

„Im Grunde ist kein Gebäude zu speziell, um nicht mit Gewinn umgenutzt werden zu können.“

- Deutsches Architektenblatt -

Die Architekturzeitschrift „Deutsches Architektenblatt“ publizierte diesen Monat einen Artikel, der sich dem Thema Bunker widmet, mit dem Tenor: „Im Grunde ist kein Gebäude zu speziell, um nicht mit Gewinn umgenutzt werden zu können.“ https://www.dabonline.de/2019/05/30/gebraucht-wie-neu-umnutzung-wohnen/

Da eine Umnutzung für Investoren finanziell weniger interessant ist, sehen wir die Stadt in der Pflicht. Diese hatte sich einst im Grundbuch zum Glauburgbunker eine kulturelle Nutzung eintragen lassen. Dass sie die bestehende Grunddienstbarkeit nun löschen will – wofür sie sich vom Investor, auf Kosten des benachbarten Hortes, der Grundschule und aller Anwohner*innen eine hohe Summe auszahlen lassen wird - ist nicht nachvollziehbar.

Der Groll und der Unmut, den die Informationsveranstaltung durchzog, gelten im Grunde den Verantwortlichen der Stadt.

Hätte die Stadt von vorneherein signalisiert, sie werde die im Grundbuch eingetragene Grunddienstbarkeit (kulturelle Nutzung) beibehalten und werde auch einen Abriss nicht genehmigen, wäre der Verkaufspreis deutlich niedriger ausgefallen. Somit wäre der Bunker auch für langfristige Projekte von sozialen und kulturellen Trägern oder auch für die Stadt selbst erschwinglicher gewesen.

Aus dem Vereinsring Nordend kam die Information, dass ein großer sozialer Träger bereits 2017 dem ehemaligen Besitzer des Bunkers ein Kaufangebot unterbreitet hatte, welches auch der Stadt vorgelegt wurde – ohne Resonanz.

Auch lukrativem Wohnungsbau steht zusätzlich zur beschriebenen sozialen und kulturellen Nutzung im Rahmen der bereits erweiterten und bestehenden Bunkerstrukturen nichts im Wege.

Ein Stadtteilzentrum bzw. ein Bürgerhaus wäre so gesehen mitnichten ein teures Geschenk an die Nordendler*innen.

Insgesamt gesehen, sollte den Anwesenden im Rahmen der Informationsveranstaltung weisgemacht werden, der Abriss des Glauburgbunkers sei alternativlos. Das glauben wir dem Bauherren und dem Architekten NICHT.

Unser Fazit: Eine kulturelle und soziale Umnutzung des Glauburgbunkers ist anscheinend politisch nicht gewollt!


Ein düsterer Betonklotz oder ein Wahrzeichen des Nordends?

Architekt Eckart von Schwanenflug beschrieb die Atmosphäre im Bunker als beklemmend und bedrückend und auch über die Gastronomie, die im Bunker betrieben wurde, äußerte er sich tendenziell despektierlich. Dabei hatte er nicht bedacht, dass viele Anwesende den Bunker von innen kennen, und vor allem auch das zuletzt dort jahrelang erfolgreich betriebene Alhambra sehr geschätzt haben. Sogar geheiratet wurde im Bunker! Für viele der Anwesenden entfaltet dieser Hochbunker seine ganz eigene Ästhetik. Hätte der Vorbesitzer mit seinen Aufbauten, die man auch zurückbauen könnte, den Bunker äußerlich nicht verändert, stünde er übrigens unter Denkmalschutz. (Vgl. Hampel, Andrea (2012): Denkmaltopographie Stadt Frankfurt am Main, Hochbunker in Frankfurt am Main.)

Nutzung des Glauburg(spiel)platzes während der Bauarbeiten

Glauburgplatz beim Glauburgcup 2019

Glauburgplatz beim Glauburgcup 2019

Der Glauburgspielplatz ist ein multifunktional genutzter, offen gestalteter, für das Nordend einmaliger sozialer Ort, auf dem sich in den wärmeren  Monaten von morgens bis abends Kindertagesstätten und Bezugspersonen mit Kindern jeder Altersstufe aufhalten und auf dem auch Jugendliche und Erwachsene ihre Freizeit verbringen und sich entspannen.
Die verschiedenen Spielgeräte und die Freiflächen werden genutzt, es wird Fußball, Basketball und Tischtennis gespielt.
An den durch eine private Aktion gebauten, für Alle zur Verfügung stehenden (und von der Stadtteilwerkstatt e.V. in Stand gehaltenen) Tischen und  Stühlen trifft man sich, es wird gegessen, es werden Geburtstage gefeiert.
Auch in den Wintermonaten wird auf dem Glauburgplatz gespielt, und er wird für verschiedene weihnachtliche Feste genutzt.

Laut Bauherren (Delom Wohnbau GmbH) soll die Funktionalität des direkt vor dem Bunker liegenden Glauburgspielplatzes während der gesamten Baumaßnahme nicht beeinträchtigt werden.

Aber: Die Baustellenzufahrt ist nur über die direkt am Spielplatz entlangführende Lortzingstraße geplant. Der bei jedem Bunkerabriss entstehende extreme Lärm, die Erschütterungen, der Dreck und der Staub, die Produktion von tonnenweise Bauschutt, bestehend aus teilweise riesigen Stahl-/Betonbrocken, deren Verladung und Abtransport, die Abgase, insbesondere die Dieselabgase durch die Baumaschinen (wobei die Stickoxid-Messwerte an der sehr nahe gelegenen Friedberger Landstraße jetzt schon zu hoch sind), lassen nur die Schlussfolgerung zu:

Die Nutzung des Glauburgspielplatzes wird – entgegen der jetzigen Aussage des Bauherren – über Jahre hinweg besonders in der Abrissphase nur äußerst eingeschränkt möglich sein.


Über nichts lässt sich trefflicher streiten als über Geschmack - oder darüber gerade nicht?

Wie auch immer, die Kritik an der Ästhetik des Wohnkomplexes wollen wir hier nicht referieren, aber folgende Befürchtungen: Auf einige wirkte das Modell des geplanten Gebäudes so, als ob der Glauburgplatz zum Vorgarten des Wohnkomplexes degradiert werden würde. Man machte sich im Rahmen der Informationsveranstaltung Sorgen, ob man den Platz zukünftig zum Fußballspielen und als Treffpunkt auch am späteren Abend noch so wird nutzen können wie bisher, oder ob es zu Beschwerden durch die neuen Nachbarinnen kommen könnte.

Wem die Rückseite des aktuellen Glauburgbunkers zu grau ist - mit Street-Art kann man Betonwände verschönern, die die Geschichte des Gebäudes spiegeln, aber dennoch ästhetisch und künstlerich einen Gewinn bringen.

Entfernung Bunker Im Wörth zur Ziehenschule: 80,7 m

Entfernung Bunker Im Wörth zur Ziehenschule: 80,7 m

Der Bunker-Abriss neben einer Schule und einer KiTa – beispielslos!

Entfernung Glauburgbunker - Schwarzburgschule: 33,9 m - Dazwischen steht die KiTa 103.

Entfernung Glauburgbunker - Schwarzburgschule: 33,9 m - Dazwischen steht die KiTa 103.

Der Bunkerabriss soll von dem Abrissunternehmen Zeller durchgeführt werde, bestimmt eine gute Wahl. Auf unsere Frage hin, ob Robert Zeller denn Erfahrungen mit dem Abriss eines Bunkers direkt neben einer Schule hatte, erzählte er von dem Bunker Im Wörth und der Ziehenschule. Nur leider hinkt der Vergleich aus drei Grünen:

  1. Schule und Bunker lagen mehr als doppelt so weit auseinander.

  2. Der Bunker Im Wörth war weniger massiv: Seine Wände waren nur 1,5 Meter und beim Glauburgbunker sind Decken und Wände über 2 Meter dick. (Vgl. hierzu Frankfurter Rundschau vom 14.04.2014).

  3. Bei der Ziehenschule handelt es sich um ein Gymnasium mit also älteren Schülerinnen und Schülern, die schon gelernt haben, sich zu konzentrieren und nicht ablenken zu lassen. Grundschüler springen schon beim Vorbeifahren der Müllabfuhr auf und laufen ans Fenster.

    Unser Argument bleibt: Der Abriss eines Bunkers mit mehr als 2 Meter dicken Wänden und Decken in unmittelbarer Nähe zu einer Kindertagesstätte und einer Grundschule ist zumindest in Deutschland beispielslos...



Sozial geförderte Wohnungen sind keine Sozialwohnungen

In dem Neubau sollen 43 Wohnungen entstehen, davon seien 30 Prozent als geförderter Wohnraum angestrebt. Leider wird geförderter Wohnraum oft mit Sozialwohnungen verwechselt. Für Geringverdiener werden auch diese zu teuer sein, siehe hier. Wie gesagt, es handelt sich hierbei NICHT um Sozialwohnungen. Und ob es tatsächlich bei den versprochenen 30 Prozent bleibt, ist abzuwarten. Denn wenn von 30 Prozent der Wohnungen gesprochen wird, sind dies meistens nicht 30 Prozent der Flächen , die eigentlich für den geförderten Wohnungsbau eingesetzt werden müssten. Oftmals stellen Bauherren dafür aber nur 30 Prozent gemessen an der Anzahl der Wohnungen zur Verfügung, was dann deutlich weniger als 30 Prozent der Fläche ausmacht. Es bleibt abzuwaren, wie sich die Stadt in diesem Falle mit dem Bauherren einigt und ob nicht sogar gestiegene Baukosten etc. geltend gemacht werden und deswegen nachverhandelt und die Anzahl bzw. Fläche weiter nach unten korrigiert wird.

Die Verantwortung der Stadt

Die Haltung der Stadt: “Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen.”(Q: Unsplash, Joao Tzanno, @jtzanno)

Die Haltung der Stadt: “Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen.”(Q: Unsplash, Joao Tzanno, @jtzanno)

Dass die Verantwortlichen weder die Schule noch die Kindertagesstätte direkt neben dem Bunker explizit in den Blick nahmen, ist mehr als erschreckend. Zwar obliegt auch hier der Stadt und deren zuständige Ämter die Hauptverantwortung. Die scheinen sich aber einlullen zu lassen und agieren wie die drei Affen: „Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen“.

Der Magistrat hat weder auf die Gesuche des Ortsbeirates reagiert, noch öffentlich und zeitnah über den aktuellen Stand der Verhandlungen informiert.

Die Schwarzburgschule ist schon seit Jahren sanierungsbedürftig. Während der Sanierung, die früher oder später unausweichlich ist, soll der Schulbetrieb mit Schüler*innen und Lehrer*innen in die Containeranlagen oberhalb des Günthersburgparks ausgelagert werden. Es ist laut Aussage des Bauherren während der Informationsveranstaltung im Rahmen des Genehmigungsverfahrens seitens der Stadt bisher nicht gefordert worden, die Sanierung und Auslagerung zeitlich mit den Abrissarbeiten des Bunkers zu koordinieren.

Was sagt das über die Verantwortung der Stadt Frankfurt gegenüber ihren Bürger*innen aus?



Die Unverhältnismäßigkeit des Bauprojekts macht uns verhältnismäßig wütend!

Es geht uns hier nicht darum, einigen Anwohner*innen Lärm und Dreck zu ersparen, auch wenn das die dritte Großbaustelle in einem Radius von weniger als 200 Metern wäre. Sondern die Unverhältnismäßigkeit kritisieren wir. Was das Viertel bekommt und was es dafür ertragen muss, stehen in keinem Verhältnis zueinander. Für kleine 43 Wohnungseinheiten, die im Nordend gar nicht so stark nachgefragt werden, wird ein Mahnmal abgerissen, Ressourcen verschwendet und die Chance vertan, in Lebensqualität zu investieren! 

Was das Viertel bekommt und was es dafür ertragen muss, stehen in keinem Verhältnis zueinander.

Natürlich bedeutet auch ein Umbau des Bunkers zeitweise Lärm und Dreck, aber in weit geringerem Ausmaße als sein kompletter Abriss.

Wieso wird ein Viertel um jeden Preis noch weiter nachverdichtet, das jetzt schon das Viertel mit der höchsten Einwohnerdichte Frankfurts ist? Gleichzeitig gibt es einigen Leerstand im Nordend. So steht beispielsweise die Lenaustraße 79 – ein fünfstöckiger Gründerzeitbau – bis auf eine einzige Wohnung seit Jahren leer. Das Wohnhaus mit großem Garten liegt direkt angrenzend an den Schulhof der Schwarzburgschule und befindet sich im Besitz des Schulamtes.

Die Kinder der Schwarzburgschule, der Kindertagesstätte und die Lehrer*innen und Beschäftigten dieser beiden Einrichtungen können im Falle eines Abrisses dem infernalischen Lärm, dem Dreck und allem Weiteren nicht entfliehen, sondern müssen dies aushalten und dabei lernen und spielen bzw. unterrichten und erziehen. Hinzukommt, dass mittlerweile kriegstraumatisierte Kinder in der Schule unterrichtet werden. Wie werden diese auf die Sprengungen z.B. reagieren?

Was haben die Kinder von diesem Projekt, für das sie im Zweifelsfalle bezahlen werden, zwar nicht in Euro, aber mit ihrer Gesundheit?

Glauburgbunker-Cappuchino

Glauburgbunker-Cappuchino

Presseartikel zur Informationsveranstaltung

  • Frankfurter Neue Presse vom 07.06.2019: „Glauburgbunker soll Neubauwohnungen weichen - das sorgt für Unmut. Der Glauburgbunker soll Neubauwohnungen weichen. Investor kann die Anwohner kaum friedlich stimmen."

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 07.06.2019 von Bernd Günther: „Bunkerabriss in Frankfurt: Täglich drei Sprengungen – mit Hornsignal angekündigt“.

  • Frankfurter Rundschau vom 07.06.2019 von Boris Schlepper: “Der Glauburgbunker wird plattgemacht. Abrissarbeiten im Frankfurter Nordend: Wo heute der Glauburgbunker steht, soll es  künftig Wohnungen geben. Für die Anwohner bedeutet das eine monatelange Belastung.”





 

JuLi 2019

Stellungnahme des Magistrats vom 01.07.2019 - ST 1221: Glauburgbunker - Status der Planungen und Genehmigungen

Endlich nimmt der Magistrat auf das Auskunftsersuchen vom 29.11.2018 Stellung - Ohne Neuigkeiten

Juni 2019

Vorlage der LINKE für einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 12.06.2019: Umsetzung der Milieuschutzsatzung Nordend-Mitte

Die LINKE bringt diese Vorlage ein, in der die Erhaltung des Glauburgbunkers und die dortige Einrichtung eines Stadtteilzentrums von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden soll. Der Magistrat wird aufgefordert, über den aktuellen Stand der Planungen öffenltich zu informieren…

Februar 2019:

Auf der Sitzung des Ausschusses für Planung, Bau und Wohnungsbau (PB), am 18.02.2019, äußerte sich Liegenschaftsdezernent Jan Schneider (CDU) zum Kaufvertrag, der “in trockenen Tüchern” sei. Der private Investor habe den Bunker für einen „mittleren siebenstelligen Betrag“ erworben. Laut Mike Josef, dem Planungsdezernenten, liegt ein Abbruchantrag und ein Bauantrag vor, die beide von der Bauaufsicht ausgesetzt seien. Da im Grundbuch eine „Nutzungseinschränkung“ durch die Stadt eingetragen sei, könne die Kommune über diesen Hebel Einfluss auf die Pläne des privaten Investors nehmen. Dieser sagte in Verhandlungen zu, dass eine kulturelle Nutzung im Erdgeschoss vorgesehen werde.

Januar 2019:

Der Glauburgbunker wurde Anfang 2017 an einen privaten Investor verkauft. Die Stadt Frankfurt hatte kein eigenes Kaufangebot abgegeben und dies, obwohl die Stadt bezüglicher der Grünfläche rund um den Bunker sogar ein Rückkaufsrecht hatte. Der Investor plant nun den Abriss und die Errichtung eines Wohnkomplexes mit 43 Wohnungen und Tiefgarage (30 Stellplätze). Im Erdgeschoss soll immerhin ein Stadtteilcafé und eine kulturelle Nutzung vorgesehen sein. Eine entsprechende Bauvoranfrage liegt der Bauaufsicht seit einigen Monaten vor.

Der frühere Eigentümer des Glauburgbunkers (nebst Grundstück) Gerhard Stief hat laut Stellungnahme des Magistrats gegenüber dem Ortsbeirat 3 diesen  Anfang des Jahres 2017 an einen privaten Investor verkauft (Stellungnahme des Magistrats vom 17.02.2017, ST 393). Es ist wohl davon auszugehen, dass dieser Investor zwischenzeitlich auch Eigentümer (Grundbucheintragung) geworden ist. Der Investor soll nach Mitteilung des Magistrats die grundbuchlich gesicherte Bau- und Benutzungsbeschränkung (Museumsbetrieb) sowie die Rückerwerbsvormerkung zunächst (?) übernommen haben. (Stellungnahme des Magistrats vom 18.09.2017, ST 1880). Der Magistrat hat den ORB 3 weiterhin davon in Kenntnis gesetzt, dass ihm eine Bauvoranfrage des Investors vorliege, die das "Errichten eines Gebäudes mit einer Schank- und Speisewirtschaft, einer Anlage für kulturelle Zwecke sowie 43 Wohnungen und einer Tiefgarage mit 30 Stellplätzen" zum Ziel hat und in der das Planungsrecht geprüft werde. Die Prüfung der Bauvoranfrage sei noch nicht abgeschlossen. Die Bauvoranfrage soll im Erdgeschoß ein Stadtteilcafé und eine kulturelle Nutzung vorsehen, während in den darüber liegenden Geschossen Wohnungsbau geplant sei. 30% davon sollen als geförderter und der Rest als frei finanzierter Wohnungsbau realisiert werden (Stellungnahme des Magistrats vom 14.05.2018, ST 883).

Die Stadt war bis zum Jahre 2003 Eigentümerin des den Glauburgbunker umgebenden Grundstücks, hat diese Flächen jedoch dann – warum auch immer – an den damaligen Eigentümer des Glauburgbunkers Stief mit Vertrag vom 07.05.2003 verkauft. Dabei soll  “entsprechend den Vorgaben des Stadtverordnetenbeschlusses vom 19.11.1998” ein Wiederkaufsrecht zum damals vereinbarten Kaufpreis für den Fall vereinbart worden, dass die Nutzung des Bunkers als Museum zukünftig aufgegeben wird (Stellungnahme des Magistrats vom 27.02.2017, ST 444). Laut Erklärung des Magistrats wolle die Stadt „auf diese Sicherung nur gegen Zahlung einer angemessenen Entschädigung verzichten.“ (Stellungnahme des Magistrats vom 10.07.2017, ST 1190).

Einen Baugenehmigungsantrag des Investors auf Abriss des Glauburgbunkers und Errichtung des geplanten Wohnkomplexes soll es nach Auskunft der Stadtverwaltung bisher noch nicht geben.